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Andacht aus dem aktuellen Gemeindebrief


Liebe Gemeinde,
was war das für ein Sommer? Nachdem wir endlich etwas Erleichterung bezüglich der Coronapandemie verspürten, trafen uns Starkregen und Hochwasser. Viele Menschen kämpften mit den Folgen der Überschwemmungen, verloren ihr Hab und Gut, manche sogar ihre Angehörigen. Nach dem Hochwasser kam glücklicherweise eine andere, eine tröstende Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität. Einsatzkräfte der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen taten alles Menschenmögliche, um zu helfen. Freiwillige Helferinnen und Helfer nahmen Schaufeln in die Hand, Nachbarinnen und Nachbarn packten an, überall in der Region, in Deutschland und international wurden Spenden gesammelt. 

Am meisten beeindruckt haben mich die Betroffenen selbst. Obwohl ganz sicher vielen von ihnen eher zum Klagen zumute gewesen wäre, haben sie die Ärmel hochgekrempelt und Stück für Stück aufgeräumt. Sie haben große Stärke und Mut zum Wiederaufbau bewiesen. Und dabei zusätzlich große Dankbarkeit gezeigt, für alles, was sie noch hatten, für Unterstützung und für die Perspektive, dass es wieder aufwärts geht.

Im ersten Thessalonicherbrief heißt es: „Dankt Gott in jeder Lebenslage!“ (1. Thess 5, 18 GNB). Das ist eine großartige Einstellung, aber wahrlich keine ganz einfache Weisung für unser Leben, wenn wir bedenken, in welch schwierige Lebenslagen wir kommen können. Deshalb hat auch die Klage ihren Platz und ihre Berechtigung im christlichen Glauben - neben dem Dank, dass unser Gott uns bei beidem zuhört und in jeder Lebenslage mit seiner Liebe begleitet.

Zum Erntedankfest danken wir meistens aus der Fülle heraus, die uns geschenkt ist. Wir danken in dem Bewusstsein, genug zu haben, in Sicherheit zu sein. Dass diese Sicherheit nie absolut ist, haben uns die Geschehnisse des Sommers gezeigt. 
So lassen Sie uns in diesem Herbst dankbar sein für das, womit wir gesegnet sind. Und während wir von Herzen „Danke“ sagen, ist es ganz selbstverständlich möglich, für diejenigen, denen es gerade eher zum Klagen zumute ist, ein „Bitte“ einzuschließen.
Ihre 
Pfarrerin Anna-Christina Schmidt