Andacht aus dem aktuellen Gemeindebrief

Jesus Christus spricht: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Johannes 16,33

Liebe Gemeindeglieder!

Was ist eigentlich eine Krise? Normalerweise reden wir von einer Krise, wenn irgendwo große Probleme auftauchen. Es gibt die Corona-Krise, die Wirtschaftskrise, es gibt Beziehungs- oder Ehekrisen und nicht zuletzt auch Glaubenskrisen.

Ist eine Krise der Inbegriff von Problemen, Schicksalsschlägen und Pech? Nicht ganz. Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen und kommt von krínein, welches „scheiden“ bedeutet. Eine Krise ist also der Punkt, an dem sich etwas entscheidet, an dem wir uns entscheiden. „Krisenbewältigung“ ist daher ein unsinniger Begriff. Eine Krise selbst ist der Punkt, an dem wir Stellung beziehen, an dem wir uns für einen Weg entscheiden.

Als Christen stecken wir eigentlich täglich in einer Krise. Immer wieder sind wir vor die Situation gestellt zu entscheiden, wer unser Herr und Gott ist. Immer wieder ist unsere Entscheidung gefragt, ob wir ihn in der Welt bekennen. Irgendwann müssen wir einen Schnitt machen. Und immer wieder versuchen wir, dieser Entscheidung zu entfliehen, uns davor zu drücken.

Wie kommt es, dass wir erst nach Jahren erfahren, dass einige unserer Arbeitskollegen Christen sind? Doch Jesus selbst wusste es schon vorher. Er kannte unsere Angst, den Vater überall zu bekennen, die Angst, sich vor anderen lächerlich zu machen, die Angst, nicht ernst genommen zu werden, die Angst, ausgegrenzt oder verfolgt zu werden. Und daher ruft er uns zu: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ All unsere Sorgen und Ängste hat er bereits in seinem Tod am Kreuz auf sich genommen. Wenn wir uns für ihn entschieden haben, kann uns nichts mehr von seiner Liebe trennen - egal, ob die Welt um uns uns auch belächeln mag. Denn der Sieg ist auf unserer Seite. Haben Sie sich schon entschieden?

Ihr Pfarrer Johannes Burgard