Andacht aus dem aktuellen Gemeindebrief

Liebe Gemeinde,


der Frühling steht vor der Tür. Die Natur erwacht in zarten Farben, der Wind wird wärmer, die Tage werden länger. Da wird es Zeit für – Sie ahnen es – den Frühjahrsputz. In den nächsten Wochen werden vielerorts Fenster geputzt, Gardinen gewaschen, Dinge in Schränken, Kellern und Garagen aussortiert. Auszusortieren kann eine befreiende Wirkung haben. 

 

Wenn wir Dinge, die wir nicht mehr brauchen, in ein Sozialkaufhaus bringen oder defekte Gegenstände dem Recycling zuführen, gewinnen wir Platz und einen besseren Überblick. Von daher lohnt es sich gerade jetzt im Frühling, unsere Besitztümer einmal in die Hand zu nehmen und zu prüfen, ob wir sie behalten wollen. Wir sind bei unserer Prüfung allerdings nicht auf Gegenstände beschränkt, auch Einstellungen, Gewohnheiten und sogar Emotionen dürfen auf den Prüfstand. 

 

Vielleicht ärgern wir uns ja immer noch über unseren Nachbarn, der den alten Apfelbaum unserer Kindheit gefällt hat. Brauchen wir diese Wut noch, weil sie uns zeigt, wie sehr wir an diesem Baum und den Erinnerungen hingen? Sollten wir anhaltend zornig sein, da fruchtbare Bäume doch viel wichtiger als ein neuer Carport sind? Oder können wir diese Wut loslassen, denn der Baum hatte objektiv kaum noch Leben in sich und wäre beim nächsten Sturm ohnehin umgefallen? Sollten wir den Ärger ziehen lassen, weil es uns leichter und das Verhältnis zum Nachbarn besser macht?


Prüfet alles und behaltet das Gute“, rät uns der Apostel Paulus. Der kurze prägnante Ratschlag beinhaltet eine ganze Menge. Er fordert uns zu Offenheit auf, die Welt und uns selbst zu betrachten, schließlich soll „alles“ auf den Prüfstand. Er gibt uns die Freiheit, uns von Dingen, Gedanken und Gegebenheiten zu trennen, die nicht gut für uns sind. Er schenkt uns aber auch die Möglichkeit, das, was uns gut tut, zu behalten. 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie etwas Gutes für sich finden.


Ihre Pfarrerin
Anna-Christina Schmidt

Jahreslosung 2025 (N.Schwarz@Gemeindebriefdruckerei)